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Änderungen beim Mammographiescreening - 165. VV
8. Mai 14
Die 165. Vollversammlung der AK Tirol spricht sich für Änderungen im Mammographiescreening aus. Tirol hatte bis 2013 ein sehr gut funktionierendes und gut dokumentiertes Einladungssystem mit sehr hoher Akzeptanz bei den Patientinnen. Eine Kombination dieses alten Systems mit dem neuen erschiene sinnvoll, d.h. die Einladungen sollten weiter verschickt werden, aber alle Patientinnen, die das wollen, sollten sich weiterhin die Überweisung zur Vorsorgemammographie in jährlichen Intervallen beim Arzt oder Ärztin ihres Vertrauens holen können. Damit wäre ein optimaler Zugang zur Früherkennung von Brustkrebs gewährleistet.

Begründung:

Brustkrebs ist in den westlichen Industriestaaten die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Man kann Brustkrebs nicht verhindern, aber für den Verlauf der Erkrankung ist die Früherkennung von wesentlicher Bedeutung, d.h. Patientinnen, deren Tumor entdeckt wird, solange er noch sehr klein ist und keine Lymphknoten befallen hat, haben eine hervorragende Prognose. Die beste Methode zur Früherkennung ist die Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust, die vor allem bei jüngeren Frauen meist in Verbindung mit einem Ultraschall der Brust durchgeführt wird.

Was ist das Mammographiescreening?

Das Mammographiescreening oder Brustkrebsfrüherkennungsprogramm ist ein österreichweites Vorsorgeprogramm, bei dem alle Frauen von 45 bis 69 alle 2 Jahre von ihrer Krankenversicherung eine Einladung zur Mammographie erhalten. Diese Einladung ersetzt die bisher übliche Überweisung durch GynäkologInnen oder HausärztInnen. Dadurch möchte man auch Frauen, die sonst nie zum Arzt gehen, die Möglichkeit geben, am Screeningprogramm teilzunehmen. Frauen zwischen 40 und 45 und zwischen 70 und 75 haben die Möglichkeit, sich durch einen Anruf bei einer Hotline oder eine Email in das Programm hineinzu“optieren“. Die am Programm teilnehmenden RadiologInnen müssen spezielle Schulungen durchlaufen, spezielle Gerätevorgaben erfüllen und pro Jahr mindestens 2000 Mammographien befunden. Außerdem wurde das 4-Augen-Prinzip eingeführt, d.h., jede Mammographie muss von 2 RadiologInnen befundet werden. Wenn der erste Befunder einen zusätzlichen Ultraschall benötigt, kann dieser im Rahmen des Programms sofort durchgeführt werden. GynäkologInnen und HausärztInnen dürfen nur mehr zu sogenannten kurativen Mammographien überweisen. Dafür gibt es eine Indikationenliste, an die man sich halten muss. Diese umfasst u.a. pathologische Tastbefunde, erhöhtes familiäres Risiko und klinische Beschwerden der Patientin.

Was hat sich durch das österreichweite Mammografiescreening verändert?

Vor allem für Tirol bringt das Programm eine Verschlechterung für die betroffenen Frauen. Seit 2008 gab es das Mammographie Screening Modell Tirol, bei dem alle sozialversicherten Frauen von 40 bis 59 jährlich und von 60 bis 69 2-jährlich eine Einladung zur Mammographie erhielten, in der sie aufgefordert wurden, sich zur Mammographie zuweisen zu lassen – üblicherweise vom Hausarzt oder der Hausärztin bzw. vom Gynäkologen oder der Gynäkologin. Die Teilnahmerate lag zuletzt bei über 60%. Die Zahl der sogenannten Intervallkarzinome, d.h. der zwischen 2 Untersuchungen klinisch entdeckten bösartigen Tumore, konnte damit sehr niedrig gehalten werden. Die neuen Einladungsbriefe haben offensichtlich viele Frauen sehr verunsichert, großteils wurden sie einfach weggeworfen. In den ersten 2 Monaten des Jahres 2014 sind deshalb die Mammographiezahlen deutlich rückläufig: im Feber 2014 wurden in Tirol um 18% weniger Mammographien durchgeführt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, nur 11% der Patientinnen kamen auf Basis einer Einladung, und nicht einmal 1% kamen zu einer Erstuntersuchung aufgrund der Einladung. Die restlichen Untersuchungen, also 89%, waren sogenannte kurative Mammographien. Wenn dieser Trend anhält, werden die Zahlen weiter einbrechen und die Früherkennungsrate, um die es letztlich geht, wird sich deutlich verschlechtern.

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Termine

14.01.2013 - KRITISCHE DIAGNOSEN. KRANKENBERICHTE ZUM GESUNDHEITSSYSTEM.


Ort: KUNSTWERK Prof.-Sinwel-Weg 2 Kufstein Zeit: 19.30 Uhr Eintritt frei.


Themen

Bericht von der 165. Vollversammlung

Rechnungsabschluss 2013 und unsere Anträge


Die Alternative

Die Monatszeitschrift der UG, der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB, im Internet.